Dank Aktivkohle PFAS jetzt weit unter Grenzwerten
Pressetermin beim Wasserwerk Willich-Anrath: Das Interesse der regionalen Medienvertreter galt den acht großen schwarzen Metallbehältern, die hier seit Ende Januar in Betrieb sind. Jeder Behälter ist mit 16 Tonnen Aktivkohle gefüllt — einer speziell gebrannten Steinkohle, die mit ihrer extrem großen Oberfläche sogenannte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, an sich bindet.
Wir haben PFAS im August 2023 erstmals im Grundwasser der Wassergewinnung Anrath gemessen. Sie sind auf illegal entsorgte Löschschäume zurückzuführen: Anfang des Jahres hatte das Amtsgericht Krefeld zwei Männer dafür wegen schwerwiegender Umweltstraftaten verurteilt.
Behälter regelmäßig austauschen
Unser Technischer Leiter, Dr. Daniel Wolter, erklärte beim Ortstermin, dass wir derzeit eine Klage vorbereiten, um Schadenersatzansprüche geltend zu machen: „Ohne die PFAS-Funde wäre es nicht notwendig gewesen, die Aktivkohle-Filtrationsanlage zu bauen.“ 1,4 Millionen Euro hat sie gekostet; aufgrund dieser hohen Investition mussten wir die Wasserpreise für Willich und Meerbusch zu Beginn des Jahres erhöhen.
Auch der Betrieb der Anlage ist kostenintensiv, denn nach schätzungsweise sechs Monaten muss ein Behälter ausgetauscht und die Aktivkohle in speziellen Anlagen bei rund 1.200 Grad thermisch regeneriert werden. Die große Hitze zerstört die PFAS, die Aktivkohle wird danach weiter genutzt.
Wie lange unser Grundwasser erhöhte PFAS-Werte haben wird, kann derzeit niemand sicher sagen. Der Kreis Viersen jedenfalls erarbeitet gemeinsam mit einem Sachverständigen ein Konzept, das der langfristigen Sicherung und Sanierung des Schadensherdes dienen soll.
Daniel Wolter: „Für uns ist am wichtigsten, dass die Menschen in Willich und Meerbusch-Osterath wissen: Die Anlage ist eine zuverlässige technische Lösung, mit der wir die hohe Qualität des Trinkwassers auch in Zukunft sicherstellen.“
Medienberichte:

Alle Werte im grünen Bereich
Zwei, die erleichtert sind, dass die Aktivkohle-Filtrationsanlage seit 26. Januar einwandfrei ihren Dienst tut: Lutz Meierherm (li.), Leiter der Wasserwerke Willich, und Dr. Daniel Wolter, Technischer Leiter der Stadt- und Wasserwerke.
Aktuell liegt der gemessene Werte für PFOS (einer Untergruppe der PFAS) unter einem Nanogramm pro Liter, für PFAS bei sieben Nanogramm. Lutz Meierherm: „Seit diesem Jahr definiert die Trinkwasserverordnung den Grenzwert für 20 kritische PFAS-Verbindungen bei 100 Nanogramm pro Liter — wir befinden uns also absolut im grünen Bereich.“
Wir veröffentlichen hier laufend alle Werte, die wir messen.