Alles Leben hat seinen Ursprung im Ozean – keine uns bekannte Lebensform könnte ohne Wasser existieren. Unser Körper besteht sogar zu zwei Dritteln aus Flüssigkeit, deshalb ist Wasser auch unser wichtigstes Lebensmittel. Ohne Nahrung könnten wir etwa einen Monat überleben, ohne Wasser aber nur sehr wenige Tage. Ausreichende Wasservorkommen entscheiden darüber, ob Landstriche zu lebensfeindlichen Wüsten oder fruchtbaren Feldern werden. Nichts auf diesem Planeten ist so reichlich vorhanden wie Wasser – aber nichts gleichzeitig so unentbehrlich.

Wasser sichert nicht nur unser Überleben, es macht unser Leben angenehmer: Können Sie sich einen Tag ohne eine erfrischende Dusche, ein Glas kaltes Wasser, eine belebende Tasse Kaffee oder ohne Wasserspülung vorstellen? Gewerbe, Industrie und Kraftwerke – nichts würde laufen ohne Wasser. Wasser in Flüssen oder Kanälen dient uns als Transportmittel, Wasser löscht Brände, Wasser dient uns an Seen und im Meer zur Erholung. Wellness und Wasser – einfach untrennbar verbunden.

Wofür wird Trinkwasser gebraucht?

Im letzten Jahrzehnt hat sich der personenbezogene Wasserverbrauch um 12 % verringert. Der durchschnittliche Wasserverbrauch der Bevölkerung beträgt jetzt 128 Liter pro Einwohner und Tag. Der Rückgang des Wasserverbrauchs ist seit 1990 bundesweit auf ein verändertes Verbraucherverhalten zurückzuführen: im Haushaltsbereich durch Einsatz moderner Technik in Form von wassersparenden Haushaltsgeräten und Armaturen, in der Industrie durch Mehrfachnutzung und Wasserrecycling bei den Produktionsprozessen.

Wo kommt das Meerbuscher Wasser her?

Die Einzugsgebiete des Wasserwerks Meerbusch umfassen eine Fläche von 52 km². Die Grundwässer der Werke Fellerhöfe, Anrath, Osterath und St. Tönis werden zentral in der Aufbereitungsanlage Fellerhöfe zusammengeführt. In chemischer und hygienischer Hinsicht ist die Qualität unserer Grundwasservorkommen gut.

Die Grundwasserströme bei uns sind regional begrenzt, das heißt, im Kreis Viersen ist es z. B. unmöglich, einen Grundwasserstrom aus der Eifel oder dem Bergischen Land „anzuzapfen“. Sämtliches hier geförderte Wasser ist auch hier als Niederschlag gefallen.

Gewässerschutz ist lebenswichtig

Schutzzone I:
Diese Zone umfasst den Nahbereich des Brunnens und muss stets eingefriedet sein; hier muss jegliche Nutzung unterbleiben. Verboten ist alles, was nicht der Wasserversorgung dient.
Schutzzone II:
Die engere Schutzzone hat eine Ausdehnung bis zu 200 m und umschließt die sogenannte „50-Tage-Linie“. Diesen Zeitraum benötigt das Wasser auf seinem Weg durch die Erdschichten, bis die bakteriologische Reinheit erreicht ist.
Schutzzone III:
Sie ist eingeteilt in die Zonen A und B und umfasst das übrige Einzugsgebiet der Förderbrunnen bis zum Ende des ausgewiesenen Schutzgebietes. Auch hier gibt es Beschränkungen und Verbote hinsichtlich der Nutzung.

Wie schnell fließt unser Wasser?

Hier sind nicht Geschwindigkeit und Menge gemeint, die beim Duschen auf den Kopf prasseln, es geht vielmehr um die Fließgeschwindigkeit „unter Tage“. Die „50-Tage-Linie“ ergibt sich aus der Fließgeschwindigkeit des Grundwassers. In Abhängigkeit von der Bodenart und den Grundwasserständen beträgt sie bei uns ca. 200 m pro Jahr, d. h., wenn in einem Umkreis von 5 km vom Brunnen Schadstoffe ins Grundwasser gelangen, so dauert es ca. 25 Jahre, bis dieses Wasser in unserem Brunnen auftaucht. An Grundwassermessstellen werden ständig Proben entnommen und die Rohwasserqualitäten untersucht.

Vollkommen klar: unser Trinkwasser

Trinkwasser soll klar, frisch, wohlschmeckend und selbstverständlich gesundheitlich unbedenklich aus dem Wasserhahn fließen. Weil Wasser ein unverzichtbares, aber auch ein sensibles Lebensmittel ist, wird auf dem langen Weg von der Förderung bis zu Ihrem Wasserhahn nichts dem Zufall überlassen. Damit das auch bundesweit gewährleistet ist, gilt für ganz Deutschland ein feinmaschiges System von Gesetzen, Verordnungen, Zuständigkeiten und Kontrollen. Die Qualität unseres Trinkwassers sichern strenge Vorschriften, die in der Trinkwasserverordnung zusammengefasst sind. Die erste bundesweite Trinkwasserverordnung wurde übrigens 1975 erlassen. Seit 1. 1. 2003 gilt eine neue Trinkwasserverordnung. Immer feiner greift die Steuerung, immer vorsichtiger wird mit Wasser umgegangen. So darf z. B. Regenwasser nur noch zur Bewässerung des Gartens oder für die Toilettenspülung verwendet werden.

Die Trinkwasserverordnung ist sozusagen das „Grundgesetz“ für unser Trinkwasser. Sie gibt vor, welche Stoffe in welchen Konzentrationen im Trinkwasser enthalten sein dürfen, was zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt werden darf und wie die Kontrolle der Trinkwasserqualität zu erfolgen hat. Dort sind genaue Parameter- / Grenzwerte die unterschiedlichsten Kontrollen und Kontrollverfahren festgelegt. Dieses ausführliche Kontroll- und Überwachungssystem garantiert das hohe Niveau der Trinkwasserversorgung in Deutschland. Die vorgeschriebenen Überprüfungen der wassertechnischen Anlagen nach der Trinkwasserverordnung erfolgen durch die Amtsärzte des Kreises Viersen und Neuss sowie durch die zuständigen Wasserbehörden. Diese Untersuchungen garantieren Ihnen – als eine von vielen Maßnahmen – die stets einwandfreie Qualität des abgegebenen Trinkwassers sowie den ordnungsgemäßen Betrieb und einwandfreien Zustand des Wasserwerks.

Im betriebseigenen Labor werden von uns jährlich Tausende chemischphysikalische und bakteriologische Untersuchungen aus den Aufbereitungsanlagen und vom Verteilernetz vorgenommen. Ergänzend und begleitend werden Beprobungen von unabhängigen akkreditierten Laboren durchgeführt.

Wasserverteilung

Die Brunnen Fellerhöfe, Darderhöfe, Osterath und St. Tönis sichern die Wasserversorgung der Städte Willich, Tönisvorst und Meerbusch-Osterath. Das aufbereitete Trinkwasser wird zunächst in einen unterirdischen Behälter geleitet und gelangt von dort über Transportleitungen sozusagen quellfrisch an die Haushalte.

Mit unserem Leitungsnetz versorgen wir ca. 100.000 Einwohner mit Trinkwasser. Dazu gehören selbstverständlich nicht nur Haushalte, sondern auch Wirtschaftsunternehmen sowie öffentliche Gebäude wie Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser – denn Wasser brauchen schließlich alle.

Jährlich werden mit großem Aufwand Rohrnetzbau und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, um unseren hohen Standard zu halten. Von diesem Aufwand spüren Sie normalerweise nichts – höchstens, wenn Sie einmal eine Straßenbaustelle umfahren müssen.

Wie schon in den Gründerjahren legen wir auch heute besonderen Wert auf die hohe Qualität unserer Leitungen. Wir verwenden ausschließlich Kunststoffleitungen (PE), damit Sie unser Trinkwasser in Ihrem Haushalt sauber, geschmacksneutral und quellfrisch genießen können. Übrigens entschieden sich die Gründer des Wasserwerks bereits 1927 gegen die Verwendung von Bleirohren für die Hausanschlüsse – ein für jene Zeit bemerkenswerter Beitrag zum vorbeugenden Gesundheitsschutz.